





Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt deutliche Trends: Die Zahl der so genannten „Single-Haushalte“ aller Altersgruppe nimmt stetig zu. Die geforderte Flexibilität im Berufsleben trennt Familien immer häufiger. Die Gefahr einer Vereinsamung wächst.
Vor diesem Hintergrund gewinnen neue, zukunftsgerichtete Wohnformen, die sowohl den Wunsch nach Individualität als auch nach einer funktionierenden Gemeinschaft erfüllen, mehr und mehr an Reiz.
Eine attraktive Wohnalternative bietet unser Projekt „Generationenübergreifendes Wohnen in Miete“. Ziel war es, in einer individuell zugeschnittenen Wohnung zu leben und gleichzeitig Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. Zur Realisierung dieses Projektes arbeiteten wir gemeinsam mit der Stadt Worms sowie den Beratungs- und Koordinierungsstellen (BeKo) zusammen.
Gleichgültig ob Sie alleinerziehend, berufstätig oder zu Hause sind, wäre es nicht schön, ab und zu „Ersatzgroßeltern“ zu haben, wenn z. B. ein Arzttermin wahrgenommen werden muss? Umgekehrt wäre die „Ersatzoma“ froh, wenn sie Hilfe beim Tragen der Einkaufstaschen oder beim Wechseln der defekten Glühbirne hätte. Oder wie wäre ein gemeinsamer Kaffeenachmittag oder Spielabend mit unterhaltsamen Gesprächen im Gemeinschaftsraum? Alle diese Möglichkeiten können im Rahmen eines solchen Wohnprojektes in die Realität umgesetzt werden.
Seitens des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums erfolgte ebenfalls die Anerkennung des Wohnprojektes als Modell des Förderprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“. Mit diesem Programm fördert das Land innovative Modellprojekte und setzt dabei auf unmittelbaren Praxisbezug. Die Wohnungsbau GmbH Worms konnte hier mit der Umsetzung eines generationenübergreifenden Wohnkonzeptes mit Bildung von Wahlverwandtschaften im Mietbereich überzeugen.
Im April 2007 fand der Startschuss für die baulichen Maßnahmen des ersten Abschnittes statt. Die Anforderungen an die künftigen Projektwohnungen machten umfangreiche Baumaßnahmen in den Bestandsgebäuden notwendig. Eine Herausforderung stellt bei solchen Umbauprojekten immer wieder der Einbau eines Aufzuges in ein bereits bestehendes Haus dar. Dies ist jedoch notwendig, um eine barrierefreie Erreichbarkeit aller Wohnungen zu gewährleisten. Die Wohnungen selbst wurde ebenfalls barrierefrei gestaltet und mit modernen, geräumigen Grundrissen ausgestattet. Jede Wohnung verfügt außerdem über einen großzügigen Balkon oder eine Terrasse in den Erdgeschoßen.
Die beiden Häuser des ersten Bauabschnittes wurden im September 2008 fertig gestellt und die 16 neu gestalteten Wohnungen von den Projektteilnehmern bezogen. Bereits im Sommer 2008 begann die Gruppenbildung für den zweiten Bauabschnitt. In den beiden angrenzenden Häusern wurden 15 weitere Wohnungen im Rahmen des Projektes erstellt. Die Fertigstellung des zweiten Projektabschnittes erfolgte bis Ende 2009 und konnte durch die Projektteilnehmer Anfang 2010 bezogen werden. Derzeit sind alle Wohnungen bezogen und es existiert bereits eine Warteliste an weiteren interessierten Bewerbern.
Damit ging das Projekt „Generationsübergreifendes Wohnen in Miete“ den entscheidenden Schritt in die Realisierung einer aktiven Gemeinschaft und damit in die Umsetzung des vorab gemeinschaftlich erarbeiteten Konzeptes.
Das Herzstück des Wohnprojektes ist der Gemeinschaftsraum im Erdgeschoß des zweiten Bauabschnittes, der durch die Nachbarschaftsgemeinschaft gemeinsam betreut und verwaltet wird. Er bietet der Gemeinschaft Raum für unterschiedlichste Veranstaltungen und erfährt eine rege Nutzung. Die Palette gemeinsamer Veranstaltungen und Angebote reicht dabei von Bewohnertreffen, Spiel- und Bastelnachmittagen, gemeinsamer sportlicher Betätigung bis hin zu gemütlichen Nachmittagsrunden oder gemeinsam organisierten Festen und Veranstaltungen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Jutta Below, Telefon (0 62 41) 95 69 - 34 oder unter info@wohnungsbau-gmbh-worms.de.